GlobaLokal Wohnraumhilfe

Durch die persönliche Betreuung und Begleitung von „Neuankömmlingen“ (Newcomer) in unserem Mentoringprogramm leisten wir einen Beitrag dazu, dass sich Geflüchtete in ihrem neuen Wohnumfeld zurechtfinden lernen und heimisch fühlen. Aus unserer mittlerweile fünfjährigen Erfahrung wissen wir, dass die Wohnraumsuche eines der drängendsten Probleme für die zugewanderten Menschen darstellt.

Wenn sich der Wohnungsmarkt in Frankfurt schon für Einheimische äußerst angespannt darstellt, ist die Wohnungssuche für Newcomer über die üblichen Kanäle (Inserate, Internetplattformen, Wohnungsamt etc.) nahezu aussichtslos, im besten Fall äußerst langwierig und entsprechend frustrierend. Für die Menschen mit überwiegend geringen Sprachkenntnissen, fremdländischen Namen, wenig oder keinem eigenem Einkommen und geringer Erfahrung im Umgang mit deutscher Bürokratie und Gepflogenheiten heißt das, ihre weitere Unterbringung in Flüchtlingsunterkünften mit beengten, teilweise entwürdigenden Verhältnissen bleibt vielfach bestehen. 

GlobaLokal hat es sich zur Aufgabe gemacht, hier nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen und setzt dabei zunächst auf die Kooperation mit gemeinschaftlichen Wohnprojekten. 

Eine interne Arbeitsgruppe hat nach umfangreichen Recherchen eine Strategie zum Aufbau eines Projekts „GlobaLokal Wohnraumhilfe“ entwickelt, die vorsieht:

  1. frühzeitig mit den Frankfurter Wohnprojektinitiativen in Verbindung zu treten und sie für die Integration von Newcomern in ihrem Wohnprojekt zu gewinnen. Das Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen, in dem aktuell 50 Wohnprojektinitiativen, 15 Wohnprojekte im Bau und über 30 realisierte Wohnprojekte organisiert sind, hat bereits seine Kooperationsbereitschaft zugesagt. 
  2. geeignete und interessierte Newcomer an Projekte zu vermitteln, die Wohnungen bereitstellen. Als BewerberInnen kommen zunächst Newcomer in Frage, die uns aus der Begleitung im Rahmen des Mentoringprojekts bekannt sind und noch immer in Flüchtlingsunterkünften wohnen. Darüber hinaus kann der Kreis in Zusammenarbeit mit den SozialarbeiterInnen der mit GlobaLokal kooperierenden Unterkünfte für Geflüchtete erweitert werden.
  3. auch in der Wohnphase als AnsprechpartnerIn und VermittlerIn sowohl für die Newcomer als auch die/den WohnungsgeberIn für etwaig entstehende Fragen und Probleme (z.B. Formalitäten, Mietzahlungen, Nachbarschaftsstörungen, Mülltrennung etc.) bereit zu stehen. Dies soll durch den Einsatz von ehrenamtlichen „WohnpatInnen“ sichergestellt werden.

Beispiele haben gezeigt, dass Newcomer, die in gemeinschaftlichen Wohnprojekten Aufnahme und Wohnraum finden, ungleich bessere Bedingungen für ihren neuen Lebensstart finden als in einer „normalen“ Nachbarschaft. Auch wenn besonders in der Anfangsphase nicht von einem Verhältnis auf Augenhöhe die Rede sein kann, sind sie bei vielen Gelegenheiten (Nutzung von Gemeinschaftseinrichtungen, Feste und Feiern, Kochen und Essen) in die Gemeinschaft integriert und werden von den MitbewohnerInnen in vielen Alltagsfragen unterstützt. Vor allem, wenn sie selbst Beiträge zur Gemeinschaft leisten (z. B. körperliche Mitarbeit, exotische Küche, kulturelle Beiträge, etc.), fühlen sie sich akzeptiert. 

Auch für die Wohnprojektinitiativen ergeben sich durch die Aufnahme von Geflüchteten Vorteile. Bei der Bewerbung für ein Grundstück im Konzeptverfahren kann die Gruppe dadurch das geforderte gesellschaftsrelevante Engagement nachweisen und sich auf das spätere Zusammenleben mit den Newcomern vorbereiten. Für einzelne Wohnungen, die erfahrungsgemäß vor dem Einzug der Gruppe noch nicht vergeben sind, können kurzfristig Newcomer vermittelt werden. 

Mit dem Angebot zur Vermittlung und Begleitung von Geflüchteten in gemeinschaftliche Wohnprojekte durch die GlobaLokal Wohnraumhilfe entsteht also eine Win-Win-Situation.

Soweit es unsere Kapazitäten zulassen, sollen Im Hinblick auf die Übertragung des Modells auch Frankfurter Wohnungsbaugenossenschaften und -unternehmen sowie private VermieterInnen angesprochen werden. 

Projektbeschreibung im Download: